Sicherer Hausvergleich

In der Regel sind die Bauherren keine Baufachleute. Umso wichtiger ist es da, denn es geht ja um viel Geld, sich kompetent und möglichst unabhängig beraten zu lassen. Liegt erst einmal ein Haus-Angebot auf dem Tisch, stellt sich die Frage, wie gut und sicher es ist. Hier helfen zum Beispiel sehr gut die Verbraucherzentralen, um in keine Kosten- und Vertragsfallen zu „laufen“. Die Investition für eine Angebots- und Vertragsprüfung ist IMMER gut angelegt. In unserer Region sind es die Verbraucherzentralen von Baden Württemberg und Rheinland Pfalz, die den Bauherren weiter helfen können (Leider bietet Hessen keine solche Bauberatung an.)
Im Grunde ist man fahrlässig, wenn man ein solches Angebot nicht bereit ist anzunehmen.
Hier ein paar nützliche Links dazu:

Wie finde ich das richtige Bauunternehmen?

Nun, zunächst einmal muss das Budget passen. Wenn ich nach Abzug von Baunebenkosten und Grundstückskosten noch 200.000 Euro für das Haus übrig habe, kann ich halt nicht auf ein hochpreisiges Bauunternehmen zurückgreifen.
Grundsätzlich ist der erste Schritt, die Ermittlung des Budgets (mittels Bankberatung) und daraus resultierend die Summe die das Haus kosten darf.
Mit dieser Summe geht man auf die Suche nach einem Hausanbieter, der in dieses Preissegment etwas anzubieten hat. Die berühmte Hauskatalogbestellung geht los. Hat man etwas gefunden was zum Budget und den Vorstellungen passt, sollte man das Bauunternehmen einer gewissen Vorprüfung unterziehen. Was z.B. findet man an Bewertungen über das Bauunternehmen im Internet? Was sagen oder schreiben die Bauherren? Wenn ein Bauunternehmen z.B. 10 Negativeinträge erhält und nur 50 Häuser im Jahr baut, ist das ein schlechter Wert. Baut es 1000 im Jahr und erhält 10 negative Bewertungen, kann man diese vernachlässigen. Wie viel Häuser ein Bauunternehmen im Jahr erstellt, erfährt man sicher bei einer dortigen Beratung.
Dann ist es wichtig zu wissen wie viele Jahre das Bauunternehmen schon existiert. Viele Jahre bieten zwar keine endgültige Sicherheit, aber zeigt schon wie wirtschaftlich gesund es wohl schon ist. Zudem ist dann reichlich Bauerfahrung vorhanden! Und wer in dieser offenen Internetwelt lange existiert, kann nicht so viel verkehrt gemacht haben.
Hier sind aber Bauunternehmen, sogenannte General-Bauunternehmen, eher zu bevorzugen, wie Baubetreuungsunternehmen oder Architekten. Der Generalunternehmer hat viele eigenen Handwerker, leistet alles und haftet auch für alles, das Baubetreuungsunternehmen beauftragt fremde Firmen mit dem Bau, der Architekt beauftragt einzelne Handwerker in Ihrem Namen.
Sobald man die Vorprüfung abgeschlossen hat, vielleicht sogar mal mit Bauherren gesprochen hat, sollte man in ein Beratungsgespräch gehen. Allerdings rate ich dazu vorab die Preiseliste zu kennen und auch eine Baubeschreibung anzufordern. Sperrt sich schon hier ein Bauunternehmen, spielt es nicht mit offenen Karten.
Für eine Beratung nehmen Sie sich mindestens 2 Stunden Zeit und machen Sie sich eine Frage- bzw. Themenliste*. Gehen Sie diese durch und lassen Sie sich nicht vom Berater vom Wege abbringen. Lassen Sie sich auch Muster-, Referenzhäuser oder Rohbauten zeigen.
Vorsicht nur vor Referenzbauherren. Die sind in der Regel „ausgesucht“. Besser ist es noch in ein Baugebiet zu fahren wo das Bauunternehmen baut oder gebaut hat und einfach einmal vorsichtig bei den Bauherren zu klingeln, die schon mit dem Bauunternehmen gebaut haben.
Verläuft alles gut, stimmt also das Baugefühl und der Preis, lassen Sie sich ein Angebot mit Zeichnung, Baubeschreibung, Zahlungsplan und Werkvertrag erstellen. Damit suchen Sie dann am besten eine unabhängige Bauberatung auf. Hier bieten sich z.B. die Verbraucherzentralen an oder auch der Verband privater Bauherren. Lassen Sie sich aber bitte niemals von „ihrem“ Verkaufsberater unter Druck setzen! Jede preisliche Aktion hat auch noch gewisse Toleranzzeiten, wenn beide Seiten auch wirklich miteinander wollen.
Haben Sie sich entschieden, alles geprüft, prüfen lassen, dann können Sie gerne unterschreiben, allerdings mit kostenfreien Rücktrittsrecht, falls Ihre Finanzierung bis zu einem gewissen Zeitpunkt doch noch platzen sollte. Man weiß ja nie. Achten Sie aber darauf, dass bei einer Stornierung keine oder nur geringe Kosten für Sie anfallen! Die Frage ist, was hat das Unternehmen bis zum Zeitpunkt der Stornierung für Sie getan?
Ich glaube das waren jetzt einige gute Tipps. Brauchen Sie noch mehr, dann nehmen Sie Kontakt zu mir auf. Ich freue mich drauf!

* z.B.: Wie lange wird gebaut? Wann kann gebaut werden? Wo kann man die Ausstattung ansehen? Wie hoch werden voraussichtlich die Verbrauchs-/Energiekosten sein? etc.

Ein teures Haus kann das günstigere sein – ein Preisvergleich

Hin und wieder entscheidet sich mal ein Kunde nicht für das ein oder andere Bauunternehmen, weil es ihm zu teuer erscheint. Doch was ist genau damit gemeint? In erster Linie steht die Summe unter der Gesamtleistung. Dieses kann schon mal bei anscheinend gleichem Haus um bis zu 50.000 Euro abweichen. 50.000 sind eine stolze Summe. Bricht man sie einmal finanzierungstechnisch herunter, so wären das ca. 190 Euro im Monat und das ca. 25 Jahre lang. Nun kann so ein Haus, das 50tsd, mehr kostet, aber auch, dank besserer energetischer Bauweise mehr Energie sparen. Der Unterschied zwischen einem KfW55- und einem KfW40- Haus sind da mal schnell
500 Euro im Jahr oder wieder umgerechnet 40 Euro monatlich.
Nun kommen dann noch einmal mehr Tilgungszuschüsse der KFW hinzu. Das sind noch einmal 5000 Euro mehr beim Kfw40-Haus, sprich ca. 20 Euro im Monat. Die Differenz der vergleichbaren Häuser sinkt also auf monatlich 130 Euro.
Jetzt kommt hinzu, dass beim moderneren Haus zumeist oft auf Selbstversorgung durch Strom gesetzt wird (PV-Anlage). Allein die bringt schon einmal auf Dauer ca. 30 Euro mtl. an Einsparung und macht in Zukunft unabhängiger gegenüber Energiekostenerhöhungen. Diese Steigerungen sind natürlich schwer zu prognostizieren, aber können die nun verbliebenen 100 Euro stark minimieren.
Zum Schluss muss aber auch noch gesagt werden, dass selbst wenn das eine Angebot viel günstiger als das andere erschien, doch nicht selten Kosten im günstigeren Angebot fehlen, die beim anderen schon enthalten sind und auf jeden Fall auf die Bauherren zukommen. Hier kann man durchaus sagen, dass ca. 20% der Preisdifferenz allein für noch nicht genannte Kosten beim günstigeren Angebot einzukalkulieren bzw. dazuzurechnen sind. 20% wären bei 50000 Euro gute 10000 Euro, also umgerechnet monatlich ca. 40 Euro! Bedenkt man dieses alles, so schrumpfen die vermeintlichen 190 Euro monatlicher Differenz auf – nur noch 60 Euro.
Wer dann noch sagt „Es sind 50000 Euro Unterschied“, der sollte vorher einmal ganz genau anfangen zu rechnen…
Kostenmäßig unberücksichtigt wurden bei dieser Berechnung, dass beim „günstigeren“ Haus natürlich auch mehr Folgekosten anfallen (Reparaturen, Hausanstriche, etc.) und zudem die steigenden Energiekosten sich hier auch stärker auswirken. Nimmt man bei den Folgekosten alleine einen Anstrich, der alle 7 Jahre zu erfolgen hat und ca. 7000 Euro kostet, so sind das 7000/7/12Monat= 83 Euro im Monat, die man vorhalten müsste. Bei einem Haus mit Klinkerfassade ist das nicht nötig. Das vermeintlich „teuerer“ Haus wird nun plötzlich zum günstigeren mit dem sehr viel höheren Wiederverkaufswert!

PS: Und mal ehrlich…wie viel zahlen Sie monatlich für Ihr Handy??

Achja…zum guten Schluss bleibt dann auch ein Haus, das bei einem Wiederverkauf sicher zwischen 10- und 20% an Mehrwert ausmachen wird, was zu Rentenbeginn, wenn man sich „verkleinern“ will, wiederum locker 30-60.000 Euro sein können und werden. Wo also bleibt da der vermeintlich günstigere Preis?

Zweischalig oder Einschalig

Wer ein massiv gebautes Haus möchte, also Stein auf Stein, der hat 2 bewährte Alternativen. Das eine ist das einschalige Mauerwerk (z.B. aus Hochlochziegeln) oder das zweischalige (z.B. aus Vormauerung, Luftschicht, Dämmung und Hintermauerung). Der größte Unterschied liegt im Erstellungspreis. Das zweischalige Mauerwerk ist halt aufwändiger und somit kostenintensiver. Doch was ist besser ? Lohnt sich das zweischalige Mauerwerk dennoch ? Die Antworten darauf sind einfach. Besser ist es, denn Risse im Aussenputz wird es nicht oder kaum geben. Entweder man man nimmt bei der Vormauerung einen Verblendziegel und hat auf Jahrhunderte Ruhe oder man verputzt die Vormauerung, die dann z.B. aus einem Gasbeton bestehen könnte. Durch die Kerndämmung und den geringeren Temperaturunterschieden in der Außenschale, arbeitet das äußere Mauerwerk nicht so extrem wie bei der einschaligen Bauweise. Ein weiterer Vorteil ist natürlich die Energieeinsparung. Beim zweischaligen Mauerwerk ist diese höher. Der dritte Vorteil liegt in der Behaglichkeit. Beim zweischaligen Mauerwerk ist die Oberflächentemperatur der Aussenwand-Innenfläche höher als beim einschaligen Wandaufbau. Das bedeutet weniger Zugempfinden, weniger Wärmeentzug des Körpers. Man braucht in einem Haus mit zweischaligen Mauerwerk nicht ganz so hohe Innnentemperaturen um sich wohl zu fühlen, wie bei einem mit einschaliger Außenwand (was u.a. Heizkosten spart). Der vierte Vorteil ist der Schallschutz. Ein zweischaliger Wandaufbau bietet davon mehr als ein einschaliger. Gerade in Lärmschutzbereichen ist eine zweischalige Bauweise deshalb ein Muss. Zu guter letzt kommt die relative Unempfindlichkeit gegenüber Wasser und Nässe im Allgemeinen. Holz verzeiht Wasser in der Regel nicht.
Wie man es auch wendet, wer mit seiner Fassade glücklich werden will und wenig bis gar keine Nachteile, der sollte auf einem zweischaligen Wandaufbau nicht verzichten. Hier gibt es noch weitere Informationen dazu.

Auch ein sehr guter Link zu dem Thema:
12 gute Gründe für Backstein

Massivbauweise, Fertighaus und…oder anderes?

Auch hierzu werde ich des öfteren gefragt. So pauschal ist das nicht zu beantworten. Zudem erwartet jeder von mir, dass ich pro massiv und contra Fertigbauweise spreche. Ich habe selber schon ein paar Jahre in einem Haus in Holzrahmenbauweise gelebt und kann nichts Schlechtes darüber sagen. Allerdings hatte es Deckenhöhen bis in die Dachspitze und zudem ein Grasdach, was beides wiederrum zu einem besseren Raumklima, speziell durch das Dach durch die Temperaturabdämpfung, führt. Preislich €žtun sich hochwertige massive Häuser und gute Fertighäuser kaum etwas. Hier und da gibt es Gutes, sehr Gutes und weniger Gutes. Den größten Unterschied stellt man fest, wenn man ein gebrauchtes Haus verkaufen möchte. Für vergleichbare, massiv gebaute Häuser sind die Interessenten bereit mehr zu zahlen, so jedenfalls meine frühere Erfahrung als Immobilienkaufmann bei der LBS. Es fühlt sich scheinbar werthaltiger an. Ein anderer Unterschied ist das Raumklima und die Fassade. Das Raumklima ist bei der Massivbauweise aus meiner Architektensicht ausgeglichener, weil die Wände halt Wärme speichern, aufnehmen und wieder abgeben können, wie auch einen gewissen Anteil an Raumfeuchte. Bei der Fassade liegt der Unterschiede beim Außenputz beim Fertighaus und das Verblendmauerwerk beim massiven Haus. Verblendmauerwerk ist pflegeleichter, braucht nie gestrichen zu werden und behält immer das gleiche Aussehen. An einem Verblendmauerwerk kann eigentlich nichts abplatzen und auch Verunreinigungen sind sehr viel schwerer zu sehen. Ein weiterer Nachteil des Fertighauses kann entstehen, wenn Wasser „im Spiel“ ist. Wasserschäden „verzeiht“ ein Haus aus Holz nur schwer. Auch im Brandfall bleibt davon auch wenig übrig. Was den Schallschutz betrifft, so hat die Massivbauweise deutliche Vorteile. Ist ja auch logisch, weil alles massiver, besonders die Decken.
Alles in allem liegt ein Fertighaus immer hinter einem Massivhaus, u.a auch in der Lebensdauer (siehe auch: ratgeber_bauen).
Und was ist mit der Massivbauweise ?
Von massiv gebauten Häusern mit Wärme-Dämm-Verbund-Bauweise rate ich ab. (siehe auch: Wärmedämmverbundsystem ) Ob der Putz darauf 10 Jahre oder mehr hält garantieren die wenigsten. Fällt einmal ein Fahrrad um und mit dem Lenker dagegen, ist ein Loch in der Fassade durchaus möglich. Ich selber habe noch nie eine solche Fassade nach Jahren in 1a Verfassung gesehen. Bei einer Renovierung der Wärmeämmverbundfassade fallen zudem sehr hohe Entsorgungskosten an. Wenn jemand eine Putzfassade aber so sehr mag, ist es wesentlich ratsamer, bei einem zweischaligem Aussenmauerwerk zu bleiben und die äußere Fassade mit einer zusätzliche massiven und verputzen Aussenschale zu versehen, z.B, aus Gasbeton. Eine massiver einschaliger Wandaufbau ist auch nicht zu empfehlen (siehe Beitrag zweischalige oder einschalige Wände  ).
Fazit: Fertighaus oder Massivhaus ? Man sollte sich viel Zeit nehmen um das Für und Wider abzuwägen.

Hier noch ein Bilderlink zum Thema „Mängel beim Wärmedämmverbundsystem